Innovationsfeld Alter und TA

Im öffentlichen Bewusstsein nimmt das Thema “Alter” mehr und mehr einen größeren Stellenwert ein. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerungspyramide sich verändert und die älteren Generationen einen größeren Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Auch werden die Menschen durch andere Ernährung und medizinische Versorgung älter, so dass die Lebenserwartung durchschnittlich steigt. Die Konzepte und die Verfahren der Transaktionsanalyse eignen sich besonders, mit älteren Menschen zu arbeiten, sie zu begleiten, sie zu betreuen und zur Selbständigkeit und Autonomie im Alter beizutragen. Im folgenden werden Bereiche markiert und Ausblicke gegeben, wie umfangreich das Thema “Alter” angegangen werden kann.

Seit einigen Jahren rückt das Thema "Alter" immer weiter in das öffentliche Bewusstsein:

  • die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung in Europa (Urne statt Pyramide, neuer Begriff aus dem Workshop mit Kurt Riemer)
  • die Renteneinzahlungen, die für die geplanten Rentenauszahlungen nicht mehr reichen

Unsere bundesdeutsche Weltstruktur, die sich nach 1945 neu ausgerichtet hat, wird im wahrsten Sinne des Wortes verrückt: real im Alltag sowie in den rechtlichen und gesellschaftlichen Strukturen.

Das Thema "Alter" betrifft die ganze Welt, wenn auch mit Verschiebungen. Hier einige Aspekte:
Das Thema betrifft uns alle, die hier heute sitzen, persönlich und beruflich, über kurz oder länger, im eigenen Haus, in der eigenen Praxis und in der globalen Mitverantwortung für die Gestaltung unserer näheren und ferneren Umwelt.
Um die Übersicht zu erleichtern - und als Grundlage für die anschließenden Workshops, nutze ich heute hier einfach das 3-Welten-Modell von Bernd Schmid sowie das Rollenleiter-Modelll und unterscheide:

  • den Blickwinkel der Alten
  • den Blickwinkel / die Bedürfnisse der Kinder/Enkel der Alten
  • den Blickwinkel / die Bedürfnisse der juristischen Personen = Unternehmen
  • Blickwinkel der Gesamtgesellschaft und des Staates

Wie nützen TA-Modelle dabei

Wesentliche, praktisch nutzbare Landkarten und Modelle sind folgende:

  • Unterscheidung der Lebenswelten (Bernd Schmid). Wir hatten sie schon für den Überblick nutzbar gemacht, um Maßstäbe zu entwickeln, zu überprüfen und ggf. anzupassen.
  • die Autonomiephasen(Eric Berne/Lennard): Sie bilden ein Mikrokosmos-Modell für Persönlichkeitsentwicklung in beruflichen und privaten Beziehungen, die durch sich verändernde Verhältnisse sowie durch Skriptbedürfnisse immer wieder virulent werden.
  • die Ressourcenorientierung (systemische Theorie): Sie ist besonders wichtig, da die alterungsbedingten Veränderungen häufig als ein "Weniger" des vorher Möglichen erscheinen.
  • Verträge: je selbstverantwortlicher ein Mensch in seiner Entwicklung geworden ist, desto mehr sind Absprachen als Ausdruck des Respekts notwendige Grundlage von Verhalten miteinander - erst recht wenn die veränderten Bedürfnisse und Verhaltensmöglichkeiten eines gealterten Menschen nahe legen, er/sie wäre "wieder wie ein Kind geworden".
  • Die OK-Haltung: Wenn eine Person aufgrund alterungs- oder krankheitsbedingter seelischer oder körperlicher Veränderung die Verantwortung nicht (mehr) allein wahrnehmen kann, bleibt die Wahrnehmungsmöglichkeit für Wohlwollen und Respekt.
  • Handlungsorientierung ist eine praktische Anwendung der Unterscheidung der Wahrnehmungs-Ebenen von Denken/Fühlen/Verhalten/Haltungen (Hagehülsmann) in der Kommunikation mit anderen Menschen, dass nämlich eine Mitteilung für ihre Glaubhaftigkeit auch im Verhalten der Person sichtbar wird. Gerade wenn verbaler Zugang in der Kommunikation auf seelisch-geistiger Basis schwieriger wird, bleibt die Verständigung über Verhalten und Berührung.
  • zeitweise, bewusste Herstellung von Symbiose als Basis vertiefter Wahrnehmung, wenn die Kommunikationsfähigkeiten von zu pflegenden Personen nicht mehr für verbale oder Verhaltens-Äußerungen verfügbar sind, um Bedürfnisse und Interessen einzuschätzen und zur Befriedigung beitragen zu können - in Verbindung mit autonomer Entscheidung dazu...
  • Erlaubnis, eigenen sich im Reifungs- und Alterungsprozess verändernden Bedürfnissen zu folgen
  • Begleitung durch Beziehung

Welche Aufgaben und Notwendigkeiten sowie Chancen und Perspektiven sehen Sie, das Leben von, mit und für "alte" Menschen in unserer Privatwelt, Professions- und Organisationswelt mit zu gestalten?