Grußwort zum Kongress

Kommunikative "Spiel"-Räume in Hannover 2006

'Kommunikative "Spiel"-Räume' ist der Kongresstitel 2006. Gleichzeitig feiern wir auf diesem Kongress das 30-jährige Bestehen des Vereins Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse DGTA. Die Gründungsmitglieder haben vor dreißig Jahren einen kommunikativen Raum geschaffen, in dem sich TransaktionsanalytikerInnen treffen, austauschen, entwickeln, fachlich diskutieren, ringen um gelungene Kommunikation.

Dieser Kommunikative Raum hat auch eine spielerische Komponente. Das verspielte Kind in uns ist ein freies und unbefangenes Kind und indem wir diese unabhängigen verspielten Züge unserer Persönlichkeiten einbringen, stimulieren wir uns und bringen Lebendigkeit auch in unser professionelles Wirken. Darüber hinaus sind Dialoge, die getragen sind von einem freien inneren Kind, kommunikative Prozesse, die uns verbinden, trösten und anregen.

Das spielerische Element - sei es als Wettstreit ( Argon), als Rausch (Ilinx), als Verkleidung (Mimikry) oder als Zufallshuldigung (Alea) - wird am besten repräsentiert durch das forschende suchende freie Kind in uns. Eric Berne hat in seiner Spieletheorie, in der er festgefahrene Spielzüge als kommunikative Prozesse beschrieben hat, sicher auch daran gedacht, wie wir diese spielerische Freiheit zurückgewinnen können, indem wir uns befreien von schädlichen Fixierungen und der stereotypen Nutzung kommunikativer Muster. Ihm lag an der Befreiung des inneren Kindes und an der Integration dieses freien Spiels in ein freies Erwachsenenleben.

Der Diskurs als Gegenspieler zum Dialog, stellt den kommunikativen Rahmen dar, in dem unsere fachlichen Haltungen ausgetauscht und unsere Überzeugungen zirkuliert werden. Diese erwachsene Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Orientierung in unserer fachlichen Profession, diese Orientierung stellt die Basis dar, die wir alle brauchen, um uns als TransaktionsanalytikerInnen identifizieren zu können.

Mit dem Kongress ist ein kommunikativer Spiel-Raum gegeben, in dem wir in einer Balance von Dialog und Diskurs, uns orientieren können, erfahren können wie denken, arbeiten andere KollegInnen und uns anregen lassen durch die Dialoge, die möglich werden. Oft sind stille innere Dialoge angeregt durch Diskurse ein Ausdruck davon, dass es gelungen ist das innere freie Kind zu beeindrucken oder neugierig zu machen auf mehr. Ist so das Interesse erwacht weiter zu denken, weiter zu forschen, ist es gelungen, das Ziel des kommunikativen Raums auf dem Kongress zu erreichen.
Darüber hinaus wollen wir uns der zunehmenden Globalisierung stellen. Diese Mal indem wir einen Kontinent ins Blickfeld bringen wollen, der als unterentwickelt, aber auch gleichzeitig als Kontinent des Erzählens gilt. Die Grenzenlosigkeit und Dramatik menschlichen Elends, die durch unglaublich große Katastrophen wie Dürren, Kriege und Ausbeutung hervorgerufen werden, wird uns in Afrika dramatisch vor Augen geführt und überlagert die gleichzeitig vorhandene Schönheit dieses Kontinents. Wir wollen die Augen nicht verschließen, aufmerksam machen und einen Beitrag leisten, indem wir mit einem Teil der Kongressgebühr ein Bildungsprojekt in Afrika finanzieren.

Bereits an dieser Stelle möchte ich mich im Namen des gesamten Vorstandes der DGTA beim Organisationsteam für die Vorbereitungen des Kongresses 2006 in Hannover bedanken und uns allen einen guten Verlauf wünschen.

Matthias Sell, Vorsitzender der DGTA