Die Entstehung von Wissen

Plenumvortrag zur 17. Konferenz für Transaktionsanalyse in Pädagogik und Erwachsenenbildung
25.-27.10.2002

Inhalt
1. Einleitung
2. Das Modell
    2.1. Von den Zeichen zu den Daten
    2.2. Von den Daten zu den Nachrichten
    2.3. Von den Nachrichtungen zu den Informationen
    2.4. Von den Informationen zum Wissen
    2.5. Vom Wissen zur Reaktion
3. Eigenschaften des Modells
4. Anwendungsbeispiele
5. Verknüpfung mit TA
6. Wissen und Kompetenz
7. Bezug zum Hier und Jetzt

Abbildungen
Abbildung 1: Das Modell
Abbildung 2: Modelleigenschaften
Abbildung 3: Verbindung mit TA
Abbildung 4: Wissen und Kompetenz

1. Einleitung

Was ist Wissen? Es war der Satz im Entwurf einer Diplomarbeit: "Was ist Wissen? Das muss ich noch klären", der mich veranlasste, mich mit dem Begriff Wissen zu beschäftigen.

Wir können uns dem Thema mit unterschiedlichen Methoden nähern. Meditation wäre eine geeignete Methode, um das grundlegende Wesen und die grundlegende Natur von etwas zu erfassen, und wir würden sicher etwas über Wissen erfahren. Wir könnten uns philosophischer Ansätze bedienen, Platos Höhlengleichnis, erkenntnis­theoretische Ansätze, Konstruktivismus, auch darüber können wir mehr über das Wissen erfahren.

Bei dem Thema Wissen ist es mir besonders wichtig, mit diesen Beispielen deutlich zu machen, dass das Konzept, das ich vorstellen werde, nur eine von vielen Arten ist, sich dem Thema zu nähern. Das Konzept zeichnet sich vielleicht dadurch aus, dass es leicht kommunizierbar und operationalisierbar ist. Es stützt sich auf die Semiotik, der Lehre von den Zeichen.

Der Wissensbegriff, von dem ich hier ausgehe, ist nicht scharf abgegrenzt. Für mich ist Wissen zum einen das Ergebnis eines Lernprozesses in einem eher schulischen Sinn, zum andern auch die Fähigkeit, ob bewusst oder unbewusst, auf Situationen angemessen reagieren zu können.

Gehen wir einmal davon aus, dass Wissen etwas individuelles, persönliches ist, dann müssen wir von Systemgrenzen für das Individuum ausgehen. Ein solches Individuum kann eine Einzelperson oder auch ein soziales oder sozioökonomisches System als Ganzheit sein, eine Gruppe, ein Team, eine Abteilung oder ein Unternehmen. Ich möchte das Modell zuerst allgemein vorstellen, um dann über Beispiele die Anwendung und Übertragbarkeit zu beschreiben.

2. Das Modell

2.1. Von den Zeichen zu den Daten

Zeichen
Das, was wir wahrnehmen, ist immer das Ergebnis einer Handlung oder eines Prozesses, gesteuert durch Motivation und Bedürfnisse, und gelenkt durch Werte und Paradigmen. Ist es etwas äußeres, das wir wahrnehmen, trägt es diese Abhängigkeiten nicht als Botschaft in sich. Was wir dann wahrnehmen, sind Zeichen, Symbole, Signale, oder spezieller und konkreter, Schriftzeichen, Ziffernzeichen, Töne, Gestik usw. Diese sind für sich genommen neutral, wertfrei und inhaltslos, auch wenn wir dazu neigen, solche Zeichen und Signale sofort in ein inneres Beziehungsgeflecht von Regeln, Bedeutungen und Beziehungen einzuordnen. Die Ziffernreihe 110 ist zuerst einmal nur eine Folge von 3 Ziffern, die Buchstabenreihe BADE ist eben nur eine Folge von 4 Buchstabenzeichen. An diesen Punkt werde ich immer wieder dann erinnert, wenn mir ein Student ein chinesisches Zeugnis zur Anerkennung von Prüfungsleistungen vorlegt. Manche Handschrift erinnert mich auch daran. Natürlich hat der chinesische Student auch die Übersetzung dabei, die auf Zeichen aufbaut, die ich weitgehend interpretieren kann.

Syntax
Ein erster Mehrwert in Richtung verstehen entsteht, wenn wir diese allgemeinen Zeichen in ein Ordnungssystem bringen. Dieses Ordnungssystem wird auch als Syntax bezeichnet. Aus Buchstabenzeichen werden Wörter, Sätze, aus Ziffernzeichen werden Zahlen, aus Tönen werden Morsesignale oder Musik usw. Doch Achtung, die Vielfalt der Ordnungssysteme ist groß. "BADE" kann eine Aufforderung zur Reinigung sein oder die Dezimalzahl 47838 in hexadezimaler Darstellung. Die Zifferreihe 110 kann eine binäre oder eine dezimale Zahl repräsentieren. Versuchen Sie doch mal das Ordnungssystem der folgenden Zahlenreihe herauszufinden.

1
11
21
1211
111221
...

Es ist das Ordnungssystem eines Kindes, abgeleitet aus seiner repräsentativen Logik.

Daten
Die Synthese aus Zeichen oder Symbolen und Ordnungssystem ergibt Daten. Ich spreche hier bewusst von einer Synthese, was kennzeichnen soll, dass das entstandene neue, eigene Eigenschaften hat. Die Mathematik oder Datenbanken sind Beispiele für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Daten. Dabei steht im wesentlichen die Beziehung zwischen den einzelnen Daten im Vordergrund. Daten haben nur Bedeutung für sich selbst oder als Relation zu anderen Daten.

Lassen sie mich hierzu noch ein weiterführendes Beispiel machen. Die Analyse von entsprechenden Daten zeigt, dass das Einkommen sehr stark mit der Schuhgröße korreliert. Deshalb trage ich zu große Schuhe. Nein, im Ernst, diese Korrelations­aussage bezieht sich nur auf die Daten bzw. den Zusammenhang von Daten und hat darüber hinaus keine Aussagekraft. Damit wir mit Daten etwas anfangen können brauchen wir noch etwas Zusätzliches.

2.2. Von den Daten zu den Nachrichten

Semantik
Ein weiterer Schritt in Richtung Verstehen erfolgt, wenn wir zu den Daten Bedeutungen bezüglich des Umfeldes hinzufügen. Dies wird mit dem Bergriff Semantik gekennzeichnet. Es sind Bedeutungen, die über den Kontext der Daten hinausgehen und als Eigenschaft diesen Daten zugewiesen werden. Es gibt viele Bücher, die sich mit den Bedeutungen von Symbolen beschäftigen. Verkehrszeichen, Zeichensprache, Körpersprache, Traumsymbole oder Bildinterpretation sind transparente Beispiele für solche Zuordnungen von Symbol und Bedeutung. Diese Beispiele sind Konventionen oder Festlegungen, die weitgehend allgemeingültig sind.

Vielschichtiger wird die Bedeutungszuordnung, wenn wir die persönlichen Prägungen mit betrachten. Wenn jemand als Kind ein traumatisches Erlebnis mit einem Hund hatte, wird er dem Hund, dem er begegnet, oder dem Symbol Hund eine spezifisch andere Bedeutung beimessen, als jemand ohne dieses Erlebnis. Jemand, der in einer Wüstengegend aufgewachsen ist, wird dem Symbol Regen anders begegnen, als jemand, der in einem Überschwemmungs­gebiet aufgewachsen ist. Jenseits der repräsentativ und formalorientierten Bedeutungs­zuordnungen gibt es internalisierte Bedeutungszuordnungen, die von der eigenen Lebensgeschichte abhängig sind.

Nachricht
Die Synthese aus Daten und Semantik ergibt Nachrichten. Aus 110 wird eine Rufnummer, eine Hausnummer oder eine binäre Repräsentation von Anlagenzuständen. Wenn wir dem bisherigen folgen, sind Nachrichten in ein Ordnungssystem eingegliederte und mit Bedeutungen versehene Zeichen und Symbole. Sie kennzeichnen und beschreiben etwas bezüglich sich selbst. Damit sind sie weder Fisch noch Fleisch, weder nützlich noch unsinnig. Stefan hat in BWL eine 2,5 und Greta eine 1,5 sagt nichts über die BWL-Qualifikation von Stefan und Greta aus. Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung, dass Zucker den Zähnen nicht schadet und dass Passivrauchen asthmatischen Kindern hilft. Nachrichten, die als solche (vermutlich) richtig sind. Entscheidend dabei ist, dass Nachrichten immer nur in bestimmten Grenzen gültig sind oder in einem bestimmten Kontext Sinn machen.

2.3. Von den Nachrichtungen zu den Informationen

Bezugsrahmen
Ohne Transparenz der Grenzen oder des Kontextes, in dem die Nachricht Gültigkeit hat können wir letztendlich mit einer Nachricht nichts anfangen, sie bietet keine wirkliche Orientierung. Es ist der Bezugsrahmen, der hier für den Mehrwert sorgt. Schauen wir uns die Noten von Stefan und Greta an. Stefan hat z.B. die Note an der Hochschule in der Prüfung zu einer 6-stündigen Vorlesung bekommen, in dem er zeigen musste, dass er in der Lage ist, praxisrelevante Problemstellungen zu lösen. Der Notenschnitt in der Prüfung lag bei 3,2. Greta hat diese Note in einem 2-stündigen Zusatzfach in ihrem Ingenieursstudium bekommen. Sie musste dabei zeigen, dass sie die Grundbegriffe und -probleme der BWL kennt. Notenschnitt 1,5. Dieses Beispiel soll deutlich machen, wie erst über den Bezugsrahmen Nachrichten einen Orientierung gebenden Charakter bekommen.

Das Modell

Abbildung 1: Das Modell
Wie funktioniert das bei den Nachrichten für die Zähne oder das Passivrauchen? Genau so, wie bei Nachrichten erst durch den Bezugsrahmen Orientierung entsteht, können wir durch die geeignete Wahl des Bezugsrahmens die Orientierung die entstehen soll festlegen. Wenn ich die Versuchsreihe zu den Zähnen und der Auswirkung von Zucker so anlege, dass nach dem Zuckergenuss zuerst die Zähne geputzt werden und dann die Auswirkungen auf die Zähne gemessen wird, und das Ganze zeitnah, werde ich natürlich auch keine Auswirkungen messen. Wenn ich 10 oder 20 Minuten nach dem Passivrauchen die Auswirkungen messe, werde ich keine Auswirkungen in Richtung Lungenkrebs feststellen. Bei endlosen Diskussionen werden sie häufig feststellen, dass die Diskutanten von unterschiedlichen Bezugsrahmen ausgehen. Oder, als aktiv gestaltender Aspekt, wird über die Wahl der Systemgrenzen, in unserer Begrifflichkeit der Bezugsrahmen, das Ergebnis einer Analyse festgelegt und nicht durch die Analyse. Das lässt sich natürlich auch manipulativ missbrauchen!

Information
Aus der Synthese von Nachrichten und Bezugsrahmen entstehen Informationen. Sie sind die transparente Integration von Nachrichten in den Kontext, in dem sie gültig sind.

Zu Beginn des Internets wurde das Krankheitsbild der Informationssucht kreiert. Wenn wir umfangreiches Wissen allgemein als wertvoll einschätzen und das umfangreiche Sammeln von Informationen mit einem Krankheitsbegriff versehen, muss es noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Information und Wissen geben.

2.4. Von den Informationen zum Wissen

Relevanz
Wenn ich mich an meine Forscherzeit zurückerinnere, hatte ich Ordner und Schränke voll mit Informationen aller Art. Diese Informationen wurden zu Wissen, wenn sie mir eine Antwort auf eine Fragestellung gaben, die für die von mir zu lösende Problem­stellung relevant war. Die entscheidende Eigenschaft, die aus Informationen Wissen macht, ist die Relevanz. Diese Relevanz ist dabei immer individuell definiert und leitet sich aus einem übergeordneten Bezugsrahmen, der Aufgabe, der Problemstellung oder dem Realitätsbezug, ab.

Genau so, wie vorher beim Bezugsrahmen der aus den Nachrichten Informationen macht, ist der übergeordnete Bezugsrahmen sowohl eine wichtige und nutz­bringende Orientierung, als auch Potential für Manipulation und Selbstbetrug. Es ist die Suche nach der relevanten Frage bezüglich einer Situation oder Problemstellung, deren Beantwortung uns Orientierung für das Handeln bietet. Informationen ohne einen Relevanzaspekt zu sammeln oder zu lehren, ist dann ein Kennzeichen für fehlende Realitätsorientierung. Beachten wir dabei, dass sich die Realitäts­orientierung aus der momentanen oder, wenn wir über Lehre nachdenken, zukünftigen Lebens- oder Arbeitssituation des Individuums ableitet. Betrachten wir die Lehre, dann sind es die zukünftigen Anforderungen an die Studenten oder Schüler, die die Relevanz bestimmen; betrachten wir Coaching-Aspekte, ist es die Lebenssituation in Schule oder Beruf. Zudem können wir unter einem Individuum auch ein Team, eine Abteilung oder eine Organisation als Einheit sehen und die Grundüber­legungen bezüglich Relevanz übertragen.

Wissen
Damit sind relevanten Informationen Wissen, und Wissen gibt mir auf meine relevanten Fragen eine Antwort. "Wenn jemand etwas weiß und nicht danach handelt, weiß er es noch nicht genau genug", ist ein Satz, den ich irgendwo einmal gelesen habe. Demnach brauchen wir über das Wissen hinaus noch etwas, das dem Wissen Wirkung verleiht. Aus Wissen entsteht nicht notwendiger­weise eine folgerichtige Reaktion.

2.5. Vom Wissen zur Reaktion

Handlungsoptionen
Um dem Wissen Wirkung zu geben, braucht es noch etwas zusätzliches. Es sind die Handlungs­optionen. Wir können nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass Wissen auch handlungsfähig macht. Ich kann zwar wissen, wie eine Säge funktioniert, bin aber noch lange nicht in der Lage, ein Brett vernünftig abzusägen. Ich kann wissen, wie man einen Pinsel in Farbe taucht und über ein Blatt führt, aber meine Bilder ... Was hier angesprochen wird, ist die Fähigkeit zu handeln, im Sinne von Fertigkeiten. Andere Handlungsoptionen unterliegen Restriktionen, die ihre Ursache in meiner Rolle, meinen formalen Kompetenzen oder in rechtlichen Randbedingungen haben. Zusätzlich schränken auch interopsychische und exteropsychische Prägungen die Handlungsoptionen ein.

Reaktion
Alle diese Einflüsse führen letztendlich zu einer Reaktion, wobei wir Nichthandeln durchaus zu den aktiven Reaktionen hinzuzählen dürfen. Von außen ist allein die Reaktion beobachtbar, sie ist das Einzige, was wir beobachten können. Hier schließt sich der Kreis zu unserem Einstieg in die Entstehung von Wissen, denn die Reaktionen sind das, was als Signale oder Symbole wieder in einen neuen Ablauf der Wissensentstehung einfließt. Nach innen können wir unseren eigenen inneren Prozess bei der Entstehung von Wissen wahrnehmen. Dies setzt Bewusstheit und Achtsamkeit voraus.

Wenn wir den Wissensbegriff, so wie ich ihn eingangs umrissen habe, betrachten, können wir ihn nun weiter spezifizieren. Nach dem vorgestellten Modell hat Wissen immer eine Relevanz, die sich aus dem übergeordneten Bezugsrahmen ableitet, und bietet für die konkreten Handlungen eine Orientierung.

3. Eigenschaften des Modells

Rekursion
Der Ausgangspunkt des Modells ist eine Reaktion, und über den Prozess wird wieder eine Reaktion erzeugt. Diese Eigenschaft, dass das Ergebnis der Wissens­generierung wieder der Ausgangspunkt für eine neue Wissensgenerierung ist, kennzeichnet den rekursiven Charakter dieses Modells. Zudem sind die Einflussgrößen, von den Ordnungs­systemen bis zu den Handlungsoptionen, die ja die Wissensgenerierung bestimmen, wiederum Ergebnis eines Erkenntnisprozesses.

Diese Einflüsse haben eine andere Zeitorientierung. Ist der eigentliche Wissensgenerierungsprozess eher augenblicks­bezogen, so sind die Erkenntnisprozesse, welche die Einflussgrößen prägen, eher der Lebensgeschichte zuzurechnen, auf jeden Fall stark vergangenheitsorientiert. In dieser unterschiedlichen Zeitorientierung liegt ein wesentlicher Teil der Praktikabilität des Modells begründet. Wir können die beiden Aspekte, den Wissensgenerierungs­prozess und die Einflussgrößen, je nach Zielsetzung, getrennt betrachten, ohne die Eigenschaft der Rekursion zu verlieren.

Modelleigenschaften

Abbildung 2: Modelleigenschaften

Übertragbarkeit
Eingangs habe ich die Mathematiker "nur" auf der Ebene der Ordnungssysteme und Daten angesiedelt. Dafür bitte ich um Nachsicht. Das soll mir nun als Beispiel für eine wichtige Eigenschaft der vorgestellten Systematik dienen.

Der Schlüssel dazu ist die Frage nach den Kriterien, die die Relevanz festlegen. Dies wird immer ein übergeordneter Bezugsrahmen sein. In der allgemeinen Darstellung des Konzeptes war der übergeordnete Bezugsrahmen die Orientierung am "Hier und Jetzt" in einem systemischen, allgemeinen Sinn. Wenn die Mathematik als wissenschaftliches Theoriegebäude diesen übergeordneten Bezugsrahmen definiert, können wir die Mathematik auf alle Stufen der Wissensentwicklung abbilden. Dann bilden die Ziffern, Formel- und Rechenzeichen die Symbolebene, und die Konventionen der Darstellung das Ordnungssystem, die Berechnungsmethoden, die sich ja aus den Formel- und Rechenzeichen ableiten, sind der Semantik zuzuordnen, die mathematischen Teilgebiete dem Bezugsrahmen, die Relevanz ergibt sich aus der Aufgabenstellung und die Handlungsoptionen ergeben sich aus den Erfahrungen und Möglichkeiten des Mathematikers.

Auch für dieses Model von der Entstehung von Wissen gilt, dass die Anwendung nur in einem transparenten Bezugsrahmen möglich ist und die abgeleiteten Aussagen auch nur dort eine Gültigkeit haben. Aber diese Bezugsrahmen sind weitgehend beliebig wählbar, abhängig von dem was wir fokussieren, und das Modell ist dann übertragbar.

Realitätsorientierung
Diese Eigenschaften, der rekursive Charakter des Modells und die Übertragbarkeit durch die Orientierung an den Bezugsrahmen ist wesentlich für die Realitäts­orientierung. Ich gehe davon aus, dass unsere Realität rekursiv und fraktal, also selbstähnlich, ist. Dann sollte ein Erklärungsmodell für die Realität, bei aller Einschränkung, die immer da sein wird, eben diese Eigenschaften haben, rekursiv und fraktal, um Realität einigermaßen gut abzubilden bzw. darauf übertragbar zu sein. Ansonsten ist der Anwendungs- und Gültigkeitsbereich stark eingeschränkt.

4. Anwendungsbeispiele

Lassen sie mich an Hand von ein paar Beispielen aufzeigen, wie dieses Konzept praktisch nutzbar und nutzbringend ist.

Lerninhalte
Ausgangspunkt bei Lerninhalten ist für mich der übergeordnete Bezugsrahmen. Die Schlüssel­frage hierzu ist die Frage nach dem Nutzen, den die Ausbildung erzielen soll. Wenn wir eine berufsqualifizierende Ausbildung als Beispiel wählen und den Nutzen aus Absolventensicht sehen, ergeben sich für die Relevanz folgende Schlüsselfragen:

  • Welche Aufgaben übernimmt AbsolventIn im Unternehmen?
    Typische Aufgaben im Anwendungsbereich, in der Breite und in der Spezialisierung.
  • Welche Probleme soll AbsolventIn lösen?
    Kennzeichnende Probleme im Anwendungsbereich, grundsätzliche Fragestellungen und Detailprobleme.
  • Welche spezifischen Ziele verfolgt AbsolventIn im Unternehmen?
    Ziele und Zielkonflikte im Anwendungsbereich, für das Unternehmen und für spezifische Fragestellungen.
  • Welche Rolle hat AbsolventIn im Unternehmen?
    Position und Funktion bezüglich der Problemlösung und Zielverfolgung, z.B. Moderator, Organisator, Fachperson, Realisierer
  • Mit wem arbeitet AbsolventIn zusammen?
    Funktionale und inhaltliche Zusammenarbeit im Problemlösungsprozess und bei der Lösung von Zielkonflikten
  • Was soll AbsolventIn beherrschen?
    • Welche Inhalte? Fachinhaltliches Wissen
    • Welche Methoden? Methoden, Werkzeuge und Konzepte
    • Welche Prozesse? Geschäftsprozesse und Veränderungsproz.
  • Welche Erfahrung braucht AbsolventIn für die Praxis?
    • Welche Tätigkeiten? Handlungserfahrungen
    • Welche Situationen? Problem- u. Konfliktsituationen
    • Welche Rollen? Rollenerfahrung, Rollensichten
  • Welchen Ressourcenumgang soll AbsolventIn beherrschen?
    • Ressourcenbeschaffung Zugang zu internen und externen Ress.
    • Ressourceneinsatz Effektivität bei der Ressourcennutzung

Aus den Antworten zu den Schlüsselfragen lassen sich die Lehrmethoden und Lehrinhalte ableiten, definieren sich die Bezugsrahmen unterschiedlicher Fachinhalte, die Bedeutung der Daten und die Ordnungssysteme für die Situationserfassung. Dann ist z.B. Physik für Maschinenbauer etwas grundsätzlich anderes als Physik für Betriebswirte, von den Inhalte, über die Lehrmethoden, bis hin zu der Vernetzung mit anderen Lehrinhalten.

Prüfungen
Aus der Sicht der Prüflinge gibt es einen starken Impuls die Prüfung als übergeordneten Bezugsrahmen zu wählen. Wenn ich als Prüfer die Anforderungen der Prüfung nicht an den oben abgeleiteten Inhalten orientiere, werden die Studierenden sich um meine hehren Ziele wenig kümmern.

Diplomarbeitstitel
Der Titel einer Diplomarbeit "Chancen und Risiken einer Konzeption für ..." verbindet ein Objekt mit Bedeutungsaspekten, die nicht zusammen passen. Wir können hier die Konzeption als Datenelement und die Chancen und Risiken als Bedeutungs­zuordnung auffassen. Eine Konzeption hat an sich weder Chancen noch Risiken, es ist eben nur ein Stück Papier. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Zum Einen ist die Inkonsistents ein Signal dafür, dass etwas nicht stimmt, also genauer hinschauen, oder wir können uns zum Anderen fragen, unter welchen Bedingungen diese Aussage doch noch einen Sinn bekommt. Im vorliegenden Beispiel war es so, dass der firmenseitige Betreuer, von dem die Formulierung stammte und der ein eher unsicherer Typ war, über die Konzeption vor dem Vorstand seiner Firma einen Vortrag halten sollte. Damit erklärt sich auch die Formulierung.

Dann kann ich ja gleich nach hause gehen
In einer Vorlesung, erstes Semester, sollen die Studierenden nach einer gewissen Vorbereitung selbständig eine Aufgabe lösen. Dabei gebe ich keine Hinweise zur Lösung, biete aber Hilfestellungen zum Lösungsweg an, nach Bedarf. Bei der erstmaligen Situation springt ein Student entrüstet auf und schreit wütend: "Dann kann ich ja gleich nach Hause gehen". Der lautstarke Protest eines pubertierenden Sohnes gegen seinen Vater, so mein Eindruck. Ich fühlte mich in das falsche Ordnungssystem eingeordnet. Mit der Bemerkung: "Wenn das für sie ein angemessener Umgang mit Anforderungen ist, dann tun sie es. Es ist ihre Entscheidung", trat ich aus seinem Ordnungssystem. Etwas erstaunt setzte er sich und arbeitete dann konstruktiv mit.

Dozent XY ist ein Monster
Sichtlich verstört und nervlich am Ende bat mich ein Student, bei einem anderen Dozenten die Mathematikvorlesung hören zu dürfen. Auf Nachfragen beschrieb er mir den Dozenten als Monster, der nur aggressiv und kollerisch mit den Studierenden umging. Der Dozent war nicht einfach, aber so dann auch wieder nicht. Die Bedeutungsaspekte, die ich von dem Studierenden hörte, gehörten offensichtlich in einen anderen Kontext. "Was an dem Dozenten erinnert sie an ihren Vater?", war die Schlüsselfrage. Der Student versuchte, kurz nach der Trennung der Eltern, seinen aggressiven und alkoholkranken Vater zu betreuen, mit zum Teil lebensgefährlichen Situationen. Allein der Entschluss, mit seiner Mutter eine Suchttherapie zu beginnen (und natürlich dann auch das Tun) ermöglichte ihm die Vorlesung weiter zu besuchen und die Prüfung zu bestehen.

Startbrief einer Diplomarbeit
Bei der Betreuung einer Diplomarbeit fordere ich von den Studierenden die Bearbeitung eines Startbriefes ein. Ich will im Vorfeld wissen, ob die Diplomarbeit erfolgreich sein wird. Jedes mal eine kleine Übung im Hellsehen, mit Hilfe der Steuerungsdreiecke, an die sich der Startbrief anlehnt.

Die Eingangsfrage zielt auf die Formulierung der Aufgabenstellung. In unserer Nomenklatur das Signal oder in TA-Sprache die Initialtransaktion. Die Kongruenzbetrachtung, passen Aufgabenstellung, Problemformulierung und Zielformulierung zusammen, kann auch als Abbildung auf das vorgestellte Konzept betrachtet werden. Dabei legt die Problembeschreibung den Bezugsrahmen und die Zielformulierung die Relevanzen fest. Das funktioniert natürlich nicht bei einer Formulierung: Wir haben das Problem A und das Ziel, dass wir das Problem A nicht mehr haben. Dann greifen andere Erklärungsmodelle. Die Orientierung für die Kongruenzbetrachtung ist das Unternehmen oder die Abteilung, diese bilden den übergeordneten Bezugsrahmen.

Eine Schlüsselfrage ist oft auch die Frage nach dem übergeordneten methodischen Bezugsrahmen für die Bearbeitung der Diplomarbeit. Häufig ist es so, dass der Studierende seine Einstellung zur Diplomarbeit in positiver Weise stark verändert, wenn er diesen übergeordneten methodischen Bezugsrahmen formulieren kann und verstanden hat. Es ist dann die Leitlinie oder der rote Faden durch die gesamte Diplomarbeit.

Nutzung des Modells
Wie bei den Beispielen schon angeklungen ist, kann das Modell unterschiedlich genutzt und gehandhabt werden.

Zuerst einmal kann es sicher als Orientierung für die Gestaltung eines Lernprozesses dienen, als Checkliste für Verständlichkeit, Vollständigkeit und folgerichtigem Aufbau.

Der Analyseaspekt kommt dann zum tragen, wenn ich bestimmte Reaktionen oder Verhalten nachvollziehen und verstehen will. Jede Entscheidung für eine Handlungs­option, eine Relevanz, einen Bezugsrahmen usw. ist auch eine Negativentscheidung für die Alternativen. Die Transparenz der Entscheidungsprozesse und der Umgang mit den Alternativen schafft viel Klarheit.

Zudem können an dem Modell Interventionen abgeleitet werden. Die relevante Frage ist hier: Welche Veränderungen in der Wahrnehmung und den Einflussgrößen verbessern die Eigendynamik der Realitätsorientierung?

5 Verknüpfung mit TA

Auf unserem Kongress hier haben wir auch den übergeordneten Bezugsrahmen TA. Damit ist es doch auch spannend nachzuschauen, wie dieses Konzept von der Wissensentstehung mit den Konzepten der TA korrespondiert. Ich will hier ein paar Berührungspunkte deutlich machen. Die Einordnungen, die ich vornehme, sind Tendenzen, keine trennscharfen Festlegungen.

Transaktionen
Das Funktionsmodell und das Konzept der Transaktionen stellen Ordnungssysteme dar, beschreiben eine formale Bedeutungszuordnung und liefern über das Ursprungsmodell einen Bezugsrahmen. Eine Paralleltransaktion hat z.B. eine andere Bedeutung als eine Überkreuztransaktion.

Schauen wir das Ganze etwas detaillierter an. Eine Transaktion z.B. aus dem NEL kommt aus einem Ordnungssystem, einer Bedeutungszuschreibung, einem Bezugs­rahmen und ist im eigenen Kontext relevant. Sie trifft beim Empfänger auf dessen Prägungen. Diese Empfängerprägungen können durchaus kompatibel sein, so dass eine Paralleltransaktion entsteht. Gehen wir jedoch weiter davon aus, dass die Transaktion das AK adressiert, dort eine Trotzreaktion auslöst, die funktional betrachtet elternhaft-orientiernd ist, sind inkompatible Prägungen wirksam, eben andere Ordnungs­systeme, Bedeutungen, Bezugsrahmen, Relevanzen. Damit setzt diese Transaktion einen Impuls in Richtung Konflikt.

Verbindung mit TA

Abbildung 3: Verbindung mit TA

Ich-Zustände
Aus den unterschiedlichen Ich-Zuständen resultieren spezifische Prägungen der Generierung von Wissen, analog zur Typologie von C.G. Jung. Diese Prägungen erstrecken sich von der Wahrnehmung der Zeichen und Symbole bis zu den Handlungsoptionen. Wenn ich z.B. in meinem Eltern-Ich gefangen bin, sind mir eben bestimmte Wahr­nehmungen oder Reaktionen nicht möglich.

Ursprungsmodell
Die in das Erwachsenen-Ich integrierten Anteile im Ursprungsmodell betreffen die Bereiche, in denen sich meine Wissensgenerierung an der Realität orientiert. EL und KI im Ursprungsmodell, aber auch Maschen, Antreiber und Spiele orientieren sich dagegen an internen Mustern. Es fehlt dann der Realitätsbezug.

Abwertung, Passivität
Bei dem Abwertungskonzept von Schiff haben wir sogar begriffliche Überein­stimmungen. Die Abwertung der Signale, Probleme und Handlungsoptionen, von der Existenz bis zur persönlichen Fähigkeit, beschreibt die Abhängigkeit und Veränder­barkeit des Prozesses bei der Entstehung von Wissen. Die Konzepte zur Passivität sind ebenfalls Beschreibungen für solche Abhängigkeiten.
Diese Beispiele für Wechselbeziehungen ließen sich sicher noch lange fortsetzen. In der Verneigung vor der Zeit möchte ich für diesen Aspekt einen Punkt machen.

Wissen und Kompetenz

Abbildung 4: Wissen und Kompetenz

6. Wissen und Kompetenz

Die Kompetenzstufen und dieses Konzept von der Entstehung des Wissens hängen zusammen. Die Kompetenzentwicklung setzt sich aus zwei Aspekten zusammen, den Fähigkeiten, im Sinne von Verstehen und handeln, und der zu diesen Fähigkeiten gehörenden Autonomie. Für uns hier reicht es aus, mit den Etiketten der Kompetenzstufen zu arbeiten. Das verbindende Element nenne ich den Fokus, das was spezifisch für eine Entwicklungsstufe eine verbindende Rolle spielt.

Etwas überzeichnet bedeutet diese Kompetenzstufe in einem formalen Bezugsrahmen: Hier schlau, dort dumm. Ich bin Lehrer, Professor, und sage euch jetzt etwas, und ihr hört geduldig zu. Das Konzept von der Entstehung von Wissen meint hier das Erkennen und Einordnen der Symbole und Zeichen. Beides mal geht es darum, eine gemeinsame Sprache zu finden für das, was wir kommunizieren wollen.

Können meint die Fähigkeit, anhand von Anweisungen, mit einem gewissen Freiheitsgrad, etwas zielgerichtet tun zu können. Etwa vergleichbar mit dem Zusammenbauen eines Regals anhand der Montageanleitung. Wissen beschäftigt sich in dieser Ebene mit den Bedeutungen, was sagt mir diese Zeichnung beim Regal. Das verbindende Element sind allgemein formuliert die inneren Wirkungsmechanismen oder auf unser Regal übertragen, welches Teil muss wann, wo hin.

Nach dem 10. Regal beherrschen wir die Kunst des Regalbauens. Wenn sie 10 Regale aufgebaut haben, dann ist sicher nicht immer alles gut gegangen. Dann hat vielleicht einmal eine Schraube gefehlt oder ein Teil, oder es war das falsche Regal, das falsche Werkzeug ... und dann müssen sie reagieren können. Das geht dann bei aller Kompetenz über Regale nur, wenn sie den Bezugsrahmen transparent haben, umtauschen, Ersatz beschaffen, anpassen. All das bezieht sich auf das Umfeld, nicht auf unser Beispielregal selbst.

Verändern beginnt in unserem Beispiel damit, dass das Regal eventuell in die vorgesehene Ecke nicht passt oder aus Platzgründen anders aufgestellt und montiert werden muss. Die Montageanleitung wird zu einer Orientierung, von der ich abweiche, das Regalteile zu einem Material für die eigene Kreativität. Authentisch wird eine Methode, eine Vorgehensweise oder ein Modell erst, wenn es eigene Prägungen erfährt. Dies ist dann auch ein Zeichen dafür, dass etwas in uns angekommen ist. Das mag TA sein oder Prozesskostenrechnung, Gesprächsführung oder Konstruktion. Spätestens hier hört es auf als Lehrender lehren zu wollen.

Aktiv gestalten geht nur über Veränderung und verändern bedeutet immer irgend einen Prozess oder Ablauf, was wir mit Handlung beim Wissensmodell etikettiert haben. Hier schließt sich ein weiteres Modell an, das Ebenenmodell der Wirkungsausbreitung. Es ist die Frage nach dem, was uns Handlungsoptionen auswählen oder verwerfen lässt, was für dieses Gestalten Orientierung bietet. Damit würden wir unseren Betrachtungsraum verlassen, einen grundsätzlich anderen Blickwinkel einnehmen. Für unseren Fokus hier ist entscheidend, dass die Fähigkeit, Veränderungs­prozesse zu gestalten und zu leben, hier im Sinne von inszenieren, das oberste Ende der Skalen darstellt, die höchste Kompetenz, das höchste Wissen. Ich erschrecke dann immer, wenn unsere Studierenden in Diplomarbeiten oder Projekten einen Geschäftprozess entwickeln sollen, und das auf Basis einer Methode, die nichts weiter ist als eine Sprache, eine Darstellungsart, ohne die innere und äußere Wirkungsaus­breitung und ohne die relevanten Situationen zu kennen.

7. Bezug zum Hier und Jetzt

Persönlicher Bezug
Realität ist das, was wir aus den Möglichkeiten auswählen, die uns die Realität bietet.

Es beginnt schon bei den Symbolen, um in der Begrifflichkeit der hier vorgestellten Systematik zu bleiben, die wir wahrnehmen. Wenn sie sich Zeit und inneren Freiraum zur Wahrnehmung gewähren wird die Vielfalt wachsen. Schauen sie sich um, schauen sie ihren Nachbarn oder Nachbarin an, betrachten sie den Raum, schauen sie aus dem Fenster. Viele Zeichen und Symbole die wir in Ordnungssysteme packen die wir erfunden haben, die wir zum Teil als Paradigmen verinnerlicht haben. Ebenso die Bedeutungen. Der Schreiner in mir sieht in dem Baum etwas anderes als der Botaniker, der Elektrotechniker oder der Spirituelle in mir. Und wir sind autonom in der Wahl des Bezugsrahmens, den wir wählen, in der Relevanz, die wir fokussieren und in der Handlungsoption, die wir auswählen.

Damit sind wir Herr oder Frau über das, was uns begegnet. Nicht beliebig, jedoch mit hoher Autonomie, die auch nicht Beliebigkeit bedeutet, sondern die Fähigkeit zur aktiven und passiven Anpassung, das Unveränderliche lieben zu können und das Veränder­liche verantwortungsvoll zu gestalten. In der Arbeit mit Anderen, ob Personen, Gruppen oder Institutionen ist der gesamte Prozess der Entstehung von Wissen, von der Wahrnehmung der Symbole, über Syntax und Semantik, bis zu den Handlungs­optionen als variabel und veränderbar anzusehen. Für Klienten ist dies oft ein großer Lernprozess. "Ich kann nun mal keine Sprachen, keine Mathematik, keine Technik", Äußerungen die ich oft von Studierenden höre, sind oft so verinnerlichte Überzeu­gungen, dass die Vorstellung, es könnte auch anders sein, nicht einmal mehr gewagt wird zu denken.

Bezug zum Kongress
Lassen sie mich abschließend noch einen Bezug zu unserem Kongress herstellen. Wir haben uns zuerst mit Landkarten, Konzepten beschäftigt, um dann in den Gruppenarbeiten neue Erfahrungen zu sammeln. Wenn wir den Prozess der Wissensentstehung auf den Kongress übertragen gehört zu einem guten Abschluss die Relevanz und die Handlungsoptionen, oder das Wissen und die Reaktion. Beides ist stark individuell und muss jeder für sich aus dem generieren, was er oder sie hier erfahren hat.

Es sind konkret die Fragen: Was ist für mich relevant und Was kann ich davon wie in meiner Arbeit einsetzen? Die relevante Frage, die ich mir stelle, schaut auf Morgen, auf die Zukunft. Was wird Morgen oder in Zukunft anders sein, ausgelöst durch den Wissens- und Erfahrungszuwachs hier? Daran können wir Erfolg festmachen, individuell und für unsere Tagung. Dies soll, wenn ich das richtig verstanden habe, unser heutiges Thema sein.

Ein kurzes Zitat noch zum nachdenken:

Um sein Nichtwissen wissen ist das Höchste
Um sein Wissen nicht wissen ist krankhaft
Tao-Te-King, Laotse

Prof. Dr. Alfred Mack
E-Mail: alfred.mack@t-online.de


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