ZTA Beitrag

Depression als ausbeuterisches Ersatzgefühl und Quintessenz unangemessener kindlicher Überlebensschlußfolgerungen

  • Fanita English

Anhand zweier Fallbeispiele werden verschiedene Erscheinungsformen und Behandlungsansätze von Depression vorgestellt. Im ersten Beispiel bezieht sich die Autorin auf die Klientin Thea, die sie schon verschiedentlich in der Literatur genannt und durch die sie ihre Theorie der Ersatzgefühle begründet hat. Depression stellt hier ein erlerntes Verhalten als Reaktion auf erlaubte Gefühle in der Kindheit dar. Die Therapie besteht darin, die unterdrückten Gefühle und Verhaltensweisen zu fördern und der Klientin zu Autonomie zu verhelfen. Dies erfordert neben der individuellen Arbeit auch die Einbeziehung individueller Aspekte wie z. B. der Beziehungskonstellation in Ehe und Familie, um das System insgesamt zu verändern. Beim zweiten Beispiel liegt der Schwerpunkt der Arbeit in der Existentiellen Verhaltensmuster-Analyse, die auf der Triebtheorie und den Überlebensschlußfolgerungen basiert. Ein Individuum fühlt sich wohl, wenn sich die drei Triebe Überlebenstrieb, Begeisterungstrieb und Schlaftrieb - harmonisch miteinander verbinden und in der Führung abwechseln. Bei Störungen, die z. B. durch Veränderung von Lebenssituationen hervorgerufen werden können, gilt es, die Überbeanspruchung bzw. Unterdrückung von Trieben mit den sich als beeinträchtigend erweisenden Überlebensschlußfolgerungen herauszuarbeiten. Der Umgang mit Depression erfordert demnach eine sorgfältige Ursachenforschung und Diagnostik sowie differenzierte Behandlungsansätze.

  • Erschienen in
    ZTA
  • Erscheinungsjahr
    1988
  • Jahrgang
    1988
  • Media-Format
    Printmedium
  • TA-Bezug
    Primäre TA-Publikation
  • Medium eingestellt von
    M Geschäftsstelle DGTA , 30.06.2018