ZTA Beitrag

Empirische Forschung zur Theorie der Ich-Zustände

  • N. Robert Heyer

Gegenstand dieser Studie war, die Gültigkeit der Theorie der Ich-Zustände zu überprüfen. Es konnte aufgezeigt werden, daß Ich-Zustände unterscheidbare und meßbare Einheiten in einer großen Stichprobe sind. Ein zweites Ziel war, die funktionalen Dimensionen des Außengeleiteten Kind-Ich-Zustands zu erforschen. Zwei aus einer gemischten Population gezogene Stichproben von Ansprechpartnern, bestehend aus 806 und 715 Personen, füllten den Heyer Ego State Persönlichkeitsprofil-Fragebogen aus. Die faktorenanalytische Auswertung der 50 Items, die die Ich-Zustands-Skalen ausmachen, zeigt, daß 80-82 Prozent der Items mittels des faktorenanalytischen Vorgehens den angenommenen Kategorien zugeordnet werden konnten. So konnte Evidenz erreicht werden, daß ,,Ich-Zustande”, wie sie in der TA definiert werden, wohl unterscheidbare und durch Operationalisierung beweisbare Konstrukte in einer gängigen Population darstellen. Es konnte gezeigt werden, daß das Außengeleitete Kind-Ich zumindest aus zwei prinzipiellen Funktionsmodi besteht: Fügsamkeit und Überschwenglichkeit’ . Der überschwengliche Modus, so wurde herausgefunden, hat wiederum zwei prinzipielle Komponenten, die als ,,Aufsässigkeit” und ,,schlechte Gefühle über sich selbst” identifiziert wurden. Die Korrelationsmuster dieser funktionalen Komponenten zeigen die Existenz der Häufung von allgemein schlechten Gefühlen an; dies stimmt nicht mit der Theorie überein (vorgeschlagen z. B. von English 1977 und Vallejo 1986), daß ein Grundgefühl hinter jeder Haupterscheinungsform des Außengeleiteten Kindes liegt. Es wird weitere Forschung empfohlen, die funktionalen und strukturellen Dimensionen des Außengeleiteten Kindes zu klären.

  • Erschienen in
    ZTA
  • Erscheinungsjahr
    1987
  • Jahrgang
    1987
  • Media-Format
    Printmedium
  • TA-Bezug
    Primäre TA-Publikation
  • Medium eingestellt von
    M Geschäftsstelle DGTA , 30.06.2018