ZTA Beitrag

Magie des Trinkens Teil 2

Ein psychologisches Modell der Alkoholabhängigkeit
  • Horst Kaemmerling

Die hier vorgelegte Analyse des Alkoholismus geht von der pharmakologischen Wirkung des Alkohols aus und zeigt, wie sich aus seiner dämpfenden und damit enthemmenden (weniger aus der euphorisierenden) Wirkung langfristig tiefgreifende Wandlungen in der Persönlichkeitsstruktur ergeben. Im System der TA werden dann drei Ebenen der Suchtbildung dargestellt. Erstens wird aufgezeigt, auf welche Weise es zu einer tiefen Bindung an diese Droge kommt und wie diese Bindung strukturell verankert wird. Zweitens wird der Zusammenbruch der selbstkontrollierenden Fähigkeiten aufgrund bestimmter dissonanzbedingter Abwehrhaltungen analysiert. Und drittens werden die dem ganzen Prozeß häufig zugrundeliegenden Skriptmuster aufgezeigt. Dabei wird besonders auf Skripts eingegangen, die zugunsten von Macht-Ohnmachts-Beziehungen oder von Besitz-Neid-Beziehungen die Intimität einschränken. Außerdem beinhalten Alkoholikerskripts eine gestörte Art der Selbstkontrolle (unterkontrolliert oder überkontrolliert). So erscheint Alkoholismus als ein Ineinander von pharmakologisch-physiologischen Wirkungsmustern, sozialen Reaktionen, psychischen Bewältigungsanstrengungen und skriptbedingten Einstellungen und Erwartungen.

  • Erschienen in
    ZTA
  • Erscheinungsjahr
    1986
  • Jahrgang
    1986
  • Media-Format
    Printmedium
  • TA-Bezug
    Primäre TA-Publikation
  • Medium eingestellt von
    M Geschäftsstelle DGTA , 30.06.2018