Paradigmenwechsel in der Behandlung

Die Vorstellung, dass die Kraft, das Potenzial und die Verantwortung für die Heilung im Patienten liegen, stellte in der Mitte des letzten Jahrhunderts einen Paradigmenwechsel in der Behandlung - auch schwerer psychischer Störungen - dar. Aus dieser Grundannahme geht direkt die zentrale Stellung des Vertrags in der Arbeit von Transaktionsanalytikerinnen hervor. Das bedeutet, dass der Patient oder die Klientin die Ziele der gemeinsamen Arbeit definiert, indem er im Gespräch mit der Transaktionsanalytikerin klärt, was sie oder er verändern wird und was dabei die Aufgabe des Professionellen ist. Auch wenn Transaktionsanalytiker heute meist ganz andere Zugänge in der Arbeit mit Klientinnen nutzen - weg von der klassischen kognitiv-verhaltensorientierten hin zu emotional beziehungs- und prozessorientierten, so ist und bleibt der Vertrag Dreh- und Angelpunkt der professionellen Orientierung. Er ist auch Ausdruck der hohen Bedeutung der ethischen Prinzipien in der Transaktionsanalyse.