Skript-Analyse

Eine zentrale Annahme der TA ist, dass jeder Mensch im frühesten Kindesalter aufgrund seiner Interpretation des Verhaltens seiner engsten Bezugspersonen Entscheidungen/Beschlüsse über sich selbst, die anderen und die Welt trifft. Diese vorbewussten Entscheidungen können als eine Art „Drehbuch“ (Skript) das gesamte weitere Leben bestimmen. Sie wurden in der Vergangenheit getroffen, um auf kreative Art Überleben zu sichern und Leben zu meistern. Sie sind hingegen im Erwachsenenalter oft ein Hindernis, im Hier und Jetzt autonom bzw. gegenwartsbezogen zu erleben und zu handeln.


Berne, Eric: Was sagen Sie, nachdem Sie „Guten Tag“ gesagt haben? (Frankfurt am Main 202007), 287-295
Steiner, Claude: Wie man Lebensskripte verändert. Die Arbeit mit Skripts in der Transaktionsanalyse (Paderborn 112005)

Das Skript-Konzept wird in weitere wichtige Elemente ausdifferenziert:

Skriptbotschaften: Die lebensbestimmenden Beschlüsse werden wesentlich im Kontakt zu Botschaften getroffen, wie sie Menschen in der Zeit ihres Aufwachsens von außen aufnehmen und verarbeiten (decision). Solche Botschaften können nonverbal (z.B. elterliche Mimik als Reaktion auf bestimmtes Verhalten) als auch verbal sein. Verbale Botschaften können als Gegeneinschärfung anweisend sein (Bsp.: „Tu was ich Dir sage!“). Ebenso können Einschärfungen (verbal und nonverbal) eine Rolle spielen. Sie sind verbietender und einschränkender Natur (z.B.: „Schaff‘s nicht!“). Eine dritte Art von Botschaften sind die Zuschreibungen: Hier geht es um die Benennung von Merkmalen auf der existentiellen Ebene (z.B.: „Du bist ein Versager!“).
Vor allem Stress-Situationen lassen solcher Art erlebte Botschaften im Erwachsenenalter wieder lebendig werden, soweit diese nicht durch korrigierende Erfahrungen und Entscheidungen neutralisiert werden.
Auch gesellschaftliche und kulturelle Normen und Werte können menschliche Entwicklungsgänge nachhaltig sowohl positiv als auch negativ prägen.

Antiskript: Manche Menschen verkehren ihre erlebte Skriptbotschaft ins Gegenteil (statt "sei still" werden sie frech, schrill und laut). Dies hat jedoch nichts mit Skriptfreiheit zu tun, sondern ist nach wie vor an den Skriptsatz gebunden, nur eben als Umkehrung.

Miniskript: Dabei handelt es sich um eine immer wieder ähnliche Abfolge von Verstimmungen, die in einer Vielzahl von Alltagssituationen auftreten können. Hier geschieht Skriptdynamik in Miniaturform. Die Wahrnehmung dieser Sequenzen kann helfen, skriptgebundenes Verhalten zu erkennen, zu verstehen und alternative Erlebensweisen zu entwickeln.

Kahler, Taibi: Das Miniskript, in: Barnes, Graham (Hg): Schulen seit Eric Berne Bd. 2: Was wird‘ ich morgen tun? (Berlin 1980) 91-132

Skriptmuster: Jedes Skript ist individuell und einmalig, und doch lassen sich Skripte hinsichtlich der Selbstdefinition innerhalb der Zeit sechs Typen zuordnen. Diese Typen kommen sowohl in kleinen Transaktionssequenzen als auch in der gesamten Lebensführung zum Ausdruck. Sie lassen sich am besten durch typische Aussprüche bezeichnen: (1) BIS: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ (2) NACHDEM: „Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.“ (3) NIEMALS: „Das schaffe ich nie.“ (4) IMMER: „Warum passiert das immer mir?“ (5) BEINAHE: „Beinahe hätte ich es geschafft.“ (6) MIT OFFENEM ENDE: „Ach ja, schaun wir mal …“


Fragen zu Glaubenssätzen und Skriptgestaltung


Welche Grundmuster von Lebens- und Beziehungsgestaltung zeige ich und wie resultiert daraus alltäglich (persönlich, professionell) Verhalten und korrespondierendes Erleben samt zugrunde liegenden Haltungen (all das sowohl in lebenszuträglicher als auch u.U. in abträglicher Weise)?
Wie positiviere ich mein Lebenskonzept und trage zu gemeinsam erlebtem Frieden, Bedürfniserfüllung, Glück und anstehenden Lösungen aller Art bei?